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Herbstfahrt der Murmeltiere

Kletterfahrt am Rauenstein 04.-06.09.2015

Ich schaue herunter. Unter mir zieht sich der Spalt entlang, in dem ich mich gerade herauf zwänge. Das voran kommen ist schwer, da der Spalt nach oben hin immer enger wird. Zentimeterweise kämpfe ich mich voran. Sowohl mit dem Bauch, als auch dem Rücken liege ich vorne und hinten am Fels an. Schon über eine Stunde hänge ich in der Wand. Meine Hände tasten vorsichtig den sehr glatten Sandstein ab. Nichts. Ich drücke mich noch ein kleines Stück herauf und meine Finger ertasten einen errettenden winzigen Riss. Ich greife zu und ein paar Züge später liege ich erschöpft auf dem Gipfel. Ich kann mein Glück kaum fassen. In den letzten 75 Minuten hatte ich daran gezweifelt überhaupt oben oder unten unversehrt wieder anzukommen. So schnell werde ich bestimmt nicht noch einmal den Schartenriss des Rauensteinturms vorsteigen. Ein grauenvoller Muskelkater und Schrammen, die selbst durch Hosen und Pullover gehen, bleiben mir noch lange in Erinnerung. Die Endsommerfahrt der Klettergruppe 2 führte uns dieses Mal zum Rauenstein. Doch sollte man sich vor Anreise informieren, wie viele Leute denn auch in Fips Liebigsboofe Platz finden. Zu unserem Ärger waren dies nämlich weniger als wir dachten, weswegen ein Teil der Gruppe gut einen Kilometer weiter in einer anderen Boofe Unterschlupf suchen musste. Trotzdem hatten wir eine schöne Zeit. Samstags stand zunächst der Rauensteinturm auf dem Programm. Wiebke konnte in der Lämmelwand (*III) ihr Können im Vorstieg beweisen und ich quälte mich durch den oben beschriebenen Schartenriss (VII b). Die Nachsteiger hatten ihre Freunde an unseren Wegen. Danach zogen wir zum Dreifreundestein weiter, an dem wir den restlichen Tag verbrachten. Den Abend genossen wir, trotz etlicher Schürfwunden, Kratzer und Schrammen in der Gaststätte Laasen Perle. Zwar wunderten sich die anderen Gäste, angesichts unsere total verdreckten Sachen und schmutzigen Wanderschuhe. Aber wir hatten viel Spaß. Der Folgende Tag zwang uns aufgrund seiner Witterungsverhältnisse zu einer ausgedehnten Wanderung zum Großen Bärenstein. Hinzu fanden wir uns mehr oder weniger zurecht. Doch die Rückkehr zum Parkplatz zog sich doch etwas in die Länge, da sich GPS und Natur manchmal nicht mögen. Durch diesen Umweg fanden wir eine schöne alte Stiege, die allerdings durch den Regen etwas rutschig war. Dreckig waren wir ja sowieso. Der Gedanken an das warme trockene Auto auf dem Parkplatz, steigerte bei unserer Gruppe die Laune und mit ihr die das Wandertempo. Denn nicht für umsonst heißen wir „Die Murmeltiere“.

Anton Schubert