Weiterbildung Naturraum Sächsische Schweiz

Ausschreibung Weiterbildung Naturraum Sächsische Schweiz

Weiterbildung „Naturraum Sächsische Schweiz“ - ausgefallen

Wochenendseminar mit naturkundlichen Exkursionen und Vorträgen

  • Beschreibung: Weiterbildung zum Thema „Naturraum Sächsische Schweiz“ und Get-Together für Ehrenamtler, Trainer/FÜL, Jugendgruppenleiter und Interessierte der Sektion Leipzig
  • Bergsportart: Bergwandern, Naturkunde
  • Zeitraum: vom 08.05.2020 bis 10.05.2020
    Treffpunkt am 08.05. ab 18 Uhr in der Karl-Stein-Hütte
  • An- und Abreise: selbstständige Organisation (vorzugsweise umweltfreundliche Reise mit öffentl. Verkehrsmitteln oder Bildung von Fahrgemeinschaften)
  • Anforderungen / Voraussetzungen: normale Gesundheit und Kondition, geeignete Wanderbekleidung und -ausrüstung, Hüttenschlafsack, Bettlaken und Hüttenschuhe, DAV-Mitglied
  • Teilnehmerzahl: bis 24 Personen
  • Leistungen:
    − OrganisationundTourenleitungdurchzweiWanderleiter
    − WissenschaftlicheLeitungdurchunserenNaturschutzreferenten Dr. Volker Beer
    − NaturkundlicheExkursionenimNaturraumSächsischeSchweiz (siehe Detailprogramm auf den nächsten Seiten)
    − Abendliche Vorträge zu den Themen Klima/Wetter, Vegetation, Geologie und naturverträglicher Tourismus und Bergsport in der Sächsischen Schweiz
    − ÜbernachtunginderKarl-Stein-Hütte(Selbstversorgerhütte!)
    − KostenumlagefürdieTourenleiter
  • Kostenbeitrag: 25 Euro p. P., zzgl. persönlicher Kosten wie Verpflegung, selbststän- dig organisierte An- und Abreise sowie Bus- und Fährfahrten
  • Anmeldung: bis 28.02.2020 bei Dr. Volker Beer: v.beer@dav-leipzig.de
  • Bezahlung: Überweisung des Kostenbeitrags bei Teilnahmebestätigung:
    Sektion Leipzig des DAV e.V.
    DE14 8605 5592 1090 1503 65
    Verwendungszweck: „Zschandexkursion - [Dein Name]“

Wochenendseminar Naturraum Sächsische Schweiz

Dr. Volker Beer

Freitag 08. Mai

Ab 18 Uhr Ankunft auf der Karl Stein Hütte. Nach Abendbrot Vorstellung der Exkursionsrunde, Vorstellungs- und Gesprächsrunde.

Sonnabend 09. Mai

Frühstück um 6:00 Uhr, Abmarsch 7:00 Uhr. Es muss die S- Bahn Richtung Bad Schandau ab Rathen gegen 8Uhr erreicht werden. Zuvor VVO- Tickes (Eine Zone, Zone Bad Schandau, Verbundticket, gilt für S-Bahn, Bus und Fähre ausser Fähre Rathen) am Automat ziehen, möglichst passend zahlen. Der Bus in Richtung Hinterhermsdorf fährt ca. 8:30 Uhr vom Bahnhofsvorplatz. (Wir müssen den Fahrplan der Saison 2020 abwarten, vielleicht gibt es eine vertretbar spätere Verbindung zum Ausgangspunkt Neumannmühle).

Ausgangspunkt der Wanderung: Parkplatz/Bushaltestelle Neumannmühle

1. Station: Auf den Felsen am Parkwächterhäuschen und an der Einfahrt gedeihen Sumpf-Porst (Ledum palustre), Heidekraut (Calluna vulgaris) und Flechtenarten.

Wir folgen der Forststraße in Richtung Zeughaus.

2. Station: Bei der Schichthöhle am Tropfenden Stein, einige hundert Meter nach dem Taleingang finden wir das Gelbe Veilchen (Viola biflora) und am Eiskeller den Stängelumfassenden Knotenfuß (Streptopus amplexifolius). Entlang des Weges bis zum Zeughaus stockt ein artenreicher Mischwald, dem der Hainsimsen-Fichten-Tannen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum, montane Höhenform) entspricht. Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) als Elemente des Edellaubschluchtwaldes sind auch vertreten. Gemeine Fichte (Picea abies) dominiert und Rot-Buche (Fagus sylvatica) ist gegenüber der pnV (potentielle natürliche Vegetation) unterrepräsentiert. Ursache ist die zurückliegende forstliche Bewirtschaftung. Ein oder zwei Exemplare von Weiß-Tanne (Abies alba) sind am Auswitterungshorizont zwischen Tropfendem Stein und Eiskeller zu sehen (Fernglas).

Wir gehen auf der Forststraße bis zum Zeughaus. Vom Zeughaus folgen wir dem Hauptwanderweg durch die Wolfsschlucht in Richtung Großer Winterberg. Am Weg sehen wir mehrere Fichtenforsten.

3. Station: Entlang des gesamten Weges treffen wir immer wieder insbesondere an Felsblöcken auf Vorkommen des ozeanisch-montan verbreiteten Mooses Mylia taylorii. An den Felsblöcken finden sich üppige Vorkommen der Moosarten Mylia taylorii und am Waldboden von Polytrichum formosum, P. commune.

Nach den Steigungen erreichen wir einen Buchenwald am Polzenitgang.

4. Station: Hier dominieren mächtige Exemplare von Rot-Buche (Fagus sylvatica). Der pnV entspricht der reiche Buchenwald (Galio oderati-Fagetum). Ursache: Basaltdurchbruch im Gipfelbereich. Es gedeihen Pflanzen, die gut versorgte Böden benötigen, so Waldmeister, Platterbsen.

Am Gipfel Erläuterungen zum tertiären Vulkanismus und Picknickpause. Besuch der Ausstellung im Eishaus (so geöffnet ist).

Wir steigen über den Lehnsteig (zuvor am Hauptweg ein imposantes Käferloch, Buchdrucker (Ips typographus) an GFI) nach Schmilka ab. Im Abstieg durchqueren wir die typische Vegetation der Sandsteinriffe und trockenen Plateaus.

5. Station: An den umliegenden Flächen gedeihen Wälder die der potentiellen natürlichen Vegetation (pnV) des Hainsimsen-Tannen-Buchenmischwaldes (Luzulo-Fagetum, kollin-submontane Form) sowie des Kiefern- Traubeneichenwaldes (Vaccinium vitis-idaeae Quercetum) nahekommen. Gegenwärtig dominieren Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) und Gemeine Fichte (Picea abies). Rot-Buche (Fagus sylvatica) ist nur in Einzelexemplaren anzutreffen. Am Boden finden sich Weißmoos (Leucobryum juniperoideum), Heidekraut (Calluna vulgaris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Preiselbeere (V. vitis-idaea).

6. Station: Auf den Riffen am Einstieg in den Lehnsteig gedeiht die hochsensible Vegetation der Sonderstandorte. Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) und 2 Gemeine Birke (Betula pendula) sind die bestimmenden Baumarten. Die natürliche Bestockung ist der Beerstrauch-Kiefernwald (Leucobryo-Pinetum). Am Boden gedeihen Heidekraut (Calluna vulgaris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (V. vitis-idaea) und Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum).

Wir folgen dem markierten Weg nach Schmilka.

7. Station: Entlang des Weges entspricht der dort stockende Bestand der pnV eines Hainsimsen-Tannen-Buchenmischwaldes (Luzulo-Fagetum, kollin- submontane Form) sowie des Kiefern-Traubeneichenwaldes (Vaccinium vitis- idaeae Quercetum). Gegenwärtig dominieren Gemeine Fichte (Picea abies) und Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris). Rot-Buche (Fagus sylvatica) ist unterrepräsentiert.

Wir steigen nach Schmilka ab. Rückfahrt nach Rathen.

Die Verpflegung erfolgt aus dem eigenen Rucksack. Festes Schuhwerk und entsprechende Wanderbekleidung sowie Regenschutz bitte nicht vergessen.

Auf der Hütte nach dem Abendbrot ein ppt - Vortrag zu Klima, Vegetation, Geologie sowie den Aspekten zu Tourismus und Klettern in der Sächsischen Schweiz mit anschließender Gesprächsrunde.

Sonntag 10. Mai

Frühstück gegen 8 Uhr, danach gründlicher Hüttenputz und so erforderlich auch leichte Pflegearbeiten des Hüttengrundstücks. Gegen Mittag kleine Exkursion in den Griesgrund und Abreise im Nachmittag.

 

Organisatorische Leitung: Tina Starke, Manuel Osburg und Volker Beer

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Volker Beer